Von Venedig nach Rom

Pünktlich auf die Minuten fährt der knallrote „Italo“-Hochgeschwindigkeitszug am Bahnhof Venedig-Mestre ab. Der Zug ist voll besetzt, aber da man die Tickets mit Zugbindung und automatischer Platzreservierung bucht, ist alles ganz entspannt. Nur für’s Gepäck ist viel zu wenig Platz. Dafür gibt’s Steckdosen und sogar W-Lan, welches hin und wieder funktioniert.
Am Fenster rast Italien vorbei: erst die Po-Ebene, dann der Apenninen-Hauptkamm und die Toscana. Zwischendurch tatsächlich so ein bisschen Toscana-Landschaft mit Zypressen, ein großer Teil der Strecke führt allerdings durch Tunnel. Der Himmel draußen ist bewölkt, zwischendurch in den Bergen sieht’s sogar richtig nach nieseligem Herbstwetter aus, Wald und Mittelgebirge, dann wieder Tunnel.
Gegen drei Uhr nachmittags kommen wir in Roma Termini an. Es ist warm, stickig, fast schwül und der Himmel ist bewölkt. Wo sind hier in diesem wuseligen Bahnhof die Klos? Und wo die Gepäckaufbewahrung?
Dann wollen wir uns den Petersdom anschauen.
Im Tunnel zur U-Bahn-Station stinkt es nach Urin. Vor dem Fahrkartenschalter ist eine lange Schlange. Gibt’s hier keine Automaten? Doch, gibt’s, aber wie funktionieren die? Okay, Ticket und Bahn gefunden, und in der Nähe des Vatikans wieder ans Tageslicht gekommen. Die Straße ist belebt, der Himmel immer noch bewölkt und das Licht ein fast schummeriges Halbdunkel, obwohl es eigentlich heller Nachmittag ist. Der Petersplatz ist voller Menschen, überall sind Absperrungen, Stuhlreihen, Schranken und lange Schlangen. Man muss durch einen Metalldetektor, aber alles geht erstaunlich zügig.

Rom, Petersplatz

Ja, der Petersdom ist eindrucksvoll und voller Menschen. Die meisten fotografieren oder filmen im Dauermodus. Weiter vorn ist gerade eine Messe zu Ende gegangen, jetzt kann man auch direkt an den Hochaltar mit dem Papst-Thron und zu der prunkvollen Treppe, die zum Petrusgrab hinunterführt. Die berühmte Pieta ist weiträumig abgesperrt.
Der Eingang zur Audienz-Halle wird von Schweizergardisten bewacht, dahinter steht eine Gruppe dichtgedrängt und singt, es findet wohl gerade eine Messe statt.
Wir wollen etwas essen und landen in einem furchtbaren Touristen-Abzock-Lokal, verbuchen es als Erfahrung und kehren zum Bahnhof zurück, trinken noch einen Kaffee.

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