Bahnreiseländer in Europa im Überblick: Skandinavien

Europa ist vielfältig. Es gibt große und kleine Länder, Länder mit dichtem und mit weniger dichtem Schienennetz. Hier also ein ganz grober Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Tipps und Ergänzungen sind jederzeit willkommen. Fangen wir also ganz im Norden an und arbeiten uns dann nach Süden vor:

Norwegen

Bedingt durch die Größe und die geographische Lage ist das Schienennetz eher weitmaschig. Im Großraum Oslo gibt es ein gut ausgebautes Nahverkehrsnetz. Es gibt einige landschaftlich wunderschöne Fernverkehrsstrecken, zum Beispiel nach Bergen und nach Bodø im Norden. Es gibt mehrere grenzüberschreitende Verbindungen nach Schweden. Narvik ist der nördlichste Bahnhof Europas und (ohne Verbindung zum restlichen norwegischen Schienennetz) der Endpunkt der „Erzbahn“ nach Kiruna in Schweden, von dort aus geht’s weiter in Richtung Stockholm. Diese Linie wird weitgehend von der schwedischen Bahn betrieben, es fährt maximal ein Zugpaar pro Tag und das auch nicht jeden Tag. Die Anreise nach Norwegen ist entweder über Dänemark und Schweden möglich, oder von Dänemark aus mit der Fähre. Viele Regionen in Norwegen sind nicht mit der Bahn erreichbar. Für die Anreise nach Norwegen aus Deutschland sollte man mindestens einen ganzen Tag veranschlagen. Norwegen ist ein sehr teures Reiseland

Schweden

In Stockholm und den anderen Metropolen (Malmö, Göteborg) gibt es gut ausgebaute Nahverkehrsnetze, die größeren Städte sind über Hochgeschwindigkeitsstrecken miteinander verbunden. Je weiter man nach Norden kommt, desto weitmaschiger wird das Netz. Weite Regionen in Nord- und Mittelschweden sind nicht ans Bahnnetz angeschlossen, in vielen Gegenden gibt es gar keinen öffentlichen Nahverkehr. Die Anreise aus Deutschland geht am besten über Kopenhagen und die Öresundbrücke. Es gibt sogar durchgehende Verbindungen aus Deutschland bis Malmö, saisonweise sogar eine durchgehende Schlafwagenverbindung bis Stockholm. Von großen Teilen Deutschlands ist Stockholm in einem Tag erreichbar. Früher gab es einen Nachtzug von Berlin nach Malmö über die Fährverbindung von Rügen nach Trelleborg; die gibt es leider nicht mehr.

Finnland

Ein relativ gut ausgebautes Netz gibt es in der Hauptstadtregion um Helsinki, nach Norden hin wird das Netz sehr weitmaschig. Es gibt keine grenzüberschreitende Bahnverbindung nach Schweden (die Schienen existieren wohl noch). Die regelmäßige Schnellzugverbindung nach St. Petersburg in Russland wurde seit dem Ukraine-Krieg unterbrochen. Anreise aus Deutschland somit nur per Fähre, entweder direkt (z.B. von Travemünde) oder über Schweden.

Dänemark

Recht gut ausgebautes Netz in der Region Kopenhagen mit Verbindung über die Öresundbrücke nach Schweden. Fast alle größeren Städte sind mit dem Zug erreichbar, die Entfernungen sind eher kurz. Querverbindungen können jedoch schwierig sein. Zur Anreise aus Deutschland gibt es zwei Grenzübergänge: erstens zwischen Flensburg und Padborg – dieser Grenzübergang wird auch von den EuroCity-Zügen von Hamburg nach Kopenhagen genutzt – und zweitens zwischen Niebüll und Tondern, hier fahren nur gelegentliche Regionalzüge. Die Eisenbahnfähre zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rodby gibt’s nicht mehr, hier wird noch einige Jahre lang an der „festen Fehmarnbelt-Querung“ gebaut.

Island, Faröer, Grönland:

Hier gibt es keine Schienennetze und keine Bahnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert